Schon seit Jahrzehnten erwarten Erdbebenforscher irgendwann ein stärkeres Erdbeben im Raum Köln mit schweren Schäden.
Doch warum wird dann diese Region nicht mit entsprechenden Messstationen und Datenanaylseprogrammen, über die normalen überall üblichen Standards hinaus überwacht? Die tatsächlichen Messungen die statt finden, reichen leider für einen Erdbebenwissenschaftler auch rückwirkend für die Forschung nicht aus. Anmerkung von 08.08.2008: Meine diversen konkreten Anfragen und Vorschläge an des Geologische Landesamt NRW wurden bisher dies bzgl. nicht konkret beantwortet, bzw. für mich unzureichend.
Hier konkrete Arbeitsschritte und Vorschläge:
Konkrete Arbeitsanleitung und Datenanalyse und Interpretationsvorschläge für den Multiparameter Ansatz, um genügend Indizien für ein bevorstehendes schweres Beben zu finden:
Vorbereitende Überlegung: Das gesamte Dreieck Köln-Aachen-Düsseldorf ist Erdbebenrisikogebiet. Für diese relativ große Fläche eine Datenanalyse zu machen ist sicherlich wesentlich aufwendiger, als wenn man im Erstversuch sich nur auf Köln Stadtgebiet bezieht. Das Erdbeben kann sich, wenn es sich denn durch den von mir vermutetend derzeit aktiven Dehnungsprozess an der Kruste-Mantel Grenze langssam aufbaut nach heutigem Stand von Wissenschaft und Forschung praktisch überall in einem großen 3 dimensionalen Raum in dieser Gegend aufbauen - es sind aber natürlich die bereits bekannten seismisch aktiven Störflächen mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit die bevorzugten Orte. Hier könnte man ebenfalls versuchen für die Erhöhung der Wahrscheinlichkeit sämtliche zur Verfügung stehenden Daten alter Beben auch geringerer Magnitudestärke zu untersuchen, um auf bestimmte Störungen und Tiefen als besonders wahrscheinlich zu stoßen. Dabei ist die Erft Verwerfung bei Köln als eine solche Stelle bereits von Wissenschaftler indentifiziert worden.
Im ersten Datenanalyseversuche, sollte man sich also auf diese Stelle beschränken.
Da sich z.B. Gase wie Helium, Radon und ggf. Ozon die im Multiparameteransatz gemessen und analysiert werden könnten auch in weiterer horizontaler Entfernung vom Epizentrum entfernt durch entsprechende im Winkel durch die Kruste verlaufende Wegsamkeite bahnen können, ist hier schon wieder die nächste Hürde. Sollte man von einem tief liegenden Epizentrum an der Erft Verwerfung ausgehen, sind hier bekannte oder mögliche Wegsamkeiten für Gase zu untersuchen, um evtl. in durchaus 20 km Entfernung auf die entsprechend kritischen Gaswerte überahaupt treffen zu können. Dies ist die Vorarbeit von Geologen, um die genaueren Orte lohnenswerter Gasmessungen zu finden.
Generell lässt sich aber sicherlich die öffentlich zugängliche Ozonmessung der Stadt Köln auf nicht erklärbare Veränderungen und plötzlichen Zunahmen von Konzentrationen kritisch überwachen und durchdenken.
Direkter Link zu den Ozonmessdaten: http://www.lanuv.nrw.de/luft/immissionen/aktluftqual/eu_luft_akt.htm
Dort gibt es auch einen Link zur Bundesnetzagentur, die tatsächlich bundesweit den Elektrosmog misst - vielleicht kann man darüber ja mit viel Glück die vermehrten EM Wellen vor Erdbeben finden.
Relativ einfach ist es an Daten über Landhebungen und Senkungen unterschiedlicher Auflösung und Dichte heran zu kommen. Diese Datenanalyse wäre auch über das gesamte Dreieck Aachen-Düsseldorf-Köln sehr einfach. Hierbei interessieren nicht nur generelle Hebungen oder Senkungen, sondern auch Anomalien in Senkungsraten - so wird z.B. ein großes Braunkohletagewerk bei Köln seit vielen Jahren Satelliten überwacht und mm genau die Absenkrate gemessen - wenn die Absenkung plötzlich schneller, oder langsamer von statten geht, könnte dies auch ein Warnhinweis sein. Weiter würde ich gerne sämtliche Braunkohletagebauwerke und angrenzendes Land- sofern mm-genaue Satellitendaten der Absenkung ausreichend vorhanden sind, durch eine 3 D Software schicken und gezielt nach einer nicht geradlinienigen Absenkung, sondern leicht ossizilierenden Bewegung Ausschau halten.
Leider hat es aber vor langer Zeit eine analoge Messung in der USA gegeben, wo sich ein Erdbebenrisikogebiet im Umkreis von 50 km um 50 cm gehoben hat. Die Bevölkerung wurde evakuiert und das Beben ist bis heute nicht gekommen. Hier zeigt sich die entscheidende Wichtigkeit vom Mulitparameter Ansatz.
Gehe ich von meiner Diplomarbeit und der Geophysik aus, so sollte man bevorzugt nach Dehnungsbeben in vielen Hundert Kilometern Umgebung suchen und besonders, ob sich diese vielleicht in einem Abstand von grob 200 km ereignen - bzw. wenn die Verwerfungszonen mit den Beben die Mantelstruktur im Winkel schneidet auch geringerer Abstand - da dies alles Theorie ist, kann hier nur unter diesem Aspekt eine grobe augenscheinliche Betrachtung derzeit vorgenommen werden - und ob sich ein eventuell tatsächlich vorhandener aktiver Mechansimus auch vorher in kleineren Beben im 200 km ( oder 160-170 km z.B. bei Winkel) Abstand durchpaust, ist die nächste ungeklärte Frage, es wäre nur ein Versuch. Vielleicht finden sich ja auch Beben tatsächlich relativ zeitgleich in relativ konstanten Abständen, aber mit anderer Kilometerzahl - dies könnte genauso gut auf den gleichen aktiven Mechanismus hindeuten.
Eventuell kann hier auch ein Schwingungsmechanismus an der Moho vermutet werden. Schaut man sich die Infoseiten vom GFZ-Potsdam an, so sieht man das für Experten nicht vermutete erstaunlichste neuste Forschungsergbniss dort für unsere Erde auf den ersten Seiten: Es können in nur wenigen Monaten dramatische Umwälzungen im Erdkern statt finden, die das Magnetfeld messbar beeinflussen. Analog zu diesem sehr überraschenden seriösen Forschungsergnis liegt es nahe, auch die vorliegenden Hypothesen über Prozesse an der Kruste-Mantelgrenze nicht als abwegig abzulehnen. Man könnte gezielt nach Daten suchen, die auf so einen Mechanismus hindeuten könnte.
Zu Schwingungen im Mantel - nach meinem diagonalem Querleseverständnis gibt es derzeit nur Modelle über Eigenschwingungen im Mantel, wo es zwar sehr komplizierte und genaue Berechungen zu gibt, jedoch im Modellcharakter stecken bleiben, und die Ursachen liegen durchaus auch in der Konstellation der Planten, die sich ständig verändert. Sehr viel gibt es über die Eigenschwingung der Erde - also an der Oberfläche gemessen, und eine Eigenschwingung an der Mantel-Kern Grenze. Eine von mir vermutete Schwingung am obereren Mantel konnte ich leider in der Litartur bisher nicht genauer ausmachen, bzw. der Link zu einer derart bestehenden Arbeit funktionierte nicht.
http://www.pimath.de/magnetfeld/schalenaufbau.html
http://www.ohg-natur.de/Band60/Pflug.html
http://www-gpi.physik.uni-karlsruhe.de/pub/widmer/BFO/Physik_Journal_final.pdf
http://edocs.tu-berlin.de/diss/2003/wziontek_hartmut.pdf
Es gibt darüber hinaus neuste überraschende Forschungsergebnisse über sehr niedrig frequente seismischen Wellen, die in den Tiefen von Subduktionszonen gemessen worden sind. Möglicherweise liegt hier ein weitere Forschungsschwerpunkt für Geophysiker der Zukunft.
Mehr dazu hier: Deep Tremor
Eine weitere Forschungsarbeit konnte ich so schnell noch nicht beschaffen und lesen, hat aber den viel versprechenden Titel: . Non-volcanic tremor and low-frequency earthquake swarms - -ein Erdbebenschwarm ist eine starke Häufung von Erdbeben geringer Magnitude - wenn ich Prof. Dr. Schreiber von der Uni Essen richtig verstanden habe, ist dieses auch derzeit in einem Gebiet der Eifel vorhanden, wo vorher keine Beben waren.) Hier könnten Experten dann auch versuchen aus den vorhandenen und zukünftigen Daten der Erdbebenschwärme Analysen zu erstellen.
Für die Datenanalyse der Satellitendaten, die jedem öffentlich über das Internet zur Verfügung stehen ( http://www.dlg.de) sollte man auch vorbereitende Überlegungen machen, in welchen Dimensionen man die Daten analysieren möchte. Ein Traum wäre es, wenn es eine Software gibt, in der man einfach die Eckparameter des zu untersuchenden Gebietes eingibt, und dann die Daten automatisch auf Anomalien untersucht werden. Leider ist das derzeit ein Traum und man muss eigene Überlegungen machen und mühsem einzelne Datenanalysen ausführen. Vielleicht lässt sich aber für die Zukunft so eine Software entwickeln.
Interessant wäre eine Rückwärtsdatenanalyse der Satellitendaten für die wenigen mittelschweren Beben in dieser Region- sofern genügend Satellitendaten aus diesem Zeitraum vorhanden sind. Findet man keine Signifikanz, heißt es aber noch lange nicht, dass für ein zukünftiges Beben doch eine Signifikanz zu finden wäre - weil es eben z.B. auch von der Tiefe des Epizentrums und den Anteil von Quartz im Gestein u.a. abhängt, ob entsprechende Anomalien in den Daten zu finden sind oder nicht.